Mode im frühen 19. Jahrhundert

Detail: Josephine Bonaparte, 1805, Pierre Paul Prud'hon, Louvre. Foto: Nina Möller - Mode Empire Biedermeier
Detail: Josephine Bonaparte, 1805, Pierre Paul Prud'hon, Louvre. Foto: Nina Möller

Die Französische Revolution fand von 1789 bis 1799 statt und brachte die lange Herrschaft der Bourbonen mit Ludwig XVI. und Marie Antoinette zu einem bitteren Ende. Die Bevölkerung lehnte sich gegen den Absolutismus des Ancien Régime auf und damit auch gegen die Extravaganz und Verschwendungssucht des Adels. Hunger, in Verbindung mit hohen Steuern und gestiegenen Lebenshaltungskosten, und die neue Strömung der Aufklärung brachten die Revolution ins Rollen. Die Strömung des Klassizismus und der verstärkten Antikenrezeption ist allerdings nichts revolutionär neues dieser Epoche, denn beides hatte bereits vorher unter Ludwig XVI. begonnen.

 

Diese Epoche des Stils des Klassizismus trägt verschiedene Namen. Directoire und Empire in Frankreich, Regency oder georgianisches Zeitalter in England und Biedermeier in Deutschland. 

 

Empire / Directoire

Das Directoire bezeichnet die Herrschaftszeit des fünfköpfigen Direktoriums in Frankreich, von 1795 - 1799. Sein Ende ist auch das Ende der Französischen Revolution.

Die Epoche des Empire beschreibt die Zeit des ersten französischen Kaiserreichs von 1804 bis 1814 unter Napoleon I.

Regency / georgianisch

Von 1714 bis 1830 hießen alle englischen Könige Georg, weshalb diese Zeit die georgianische Ära (engl. Georgian Era) genannt wird. Alle waren Mitglieder des Hauses Hannover, welches bis 1837 regierte. Die Periode des Regency im Vereinigten Königreich ist die Zeitspanne von 1811 bis 1820, in der der Prinzregent und spätere König Georg IV. für seinen regierungsunfähigen Vater Georg III. regierte.

Biedermeier

Das Biedermeier in Deutschland dauerte vom Wiener Kongress 1815 bis 1848 an und bezeichnet eine Epoche des Rückzugs ins Häusliche, ins friedliche private Idyll, weswegen das Biedermeier manchmal auch mit negativen Adjektiven wie konservativ, altbacken und etwas engstirnig - bieder eben - besetzt ist.


Kleid des frühen 19. Jahrhunderts, St. Annen-Museum Lübeck. Foto: Nina Möller
Kleid des frühen 19. Jahrhunderts, St. Annen-Museum Lübeck. Foto: Nina Möller

Sieht man die Zeitspannen für die Köstümgeschichte, Kunst und das Kunsthandwerk weniger strikt, bezeichnen alle drei Namen - Empire, Regency und das Biedermeier - die selbe Epoche. Neben Napoleon und seiner Ehefrau Josephine (de Beauharnais) und Georg IV. lebten viele berühmte Persönlichkeiten im frühen 19. Jahrhundert: Madame Recamier, die Autorin Jane Austen, George Bryan "Beau" Brummel, Lady Emma Hamilton, Königin Luise von Preußen und viele weitere.

 

Bevorzugt wurden nun aber leichte Stoffe, so beispielsweise Leinen, Musselin, Baumwolle, Batist und Seidenstoffe. Zu den dünnen Kleidern wurden aber auch Samt, Wolle und andere schwere Waren getragen um Wärme zu spenden.

Musselin wurde ursprünglich aus Indien importiert, weswegen er kostspielig war. Doch seine große Beliebtheit bei der Bevölkerung führte dazu, dass er bald auch in Großbritannien hergestellt wurde. In dieser Zeit bezeichnete "Musselin" oder "Muslin" nicht nur den eigentlichen Musselin, sondern generell dünne und fließende Stoffe. Sehr modisch waren zarte Pastelltöne wie Cremeweiß, Rosé, Hellblau und helles Grün, besonders für junge Mädchen. Weiß war die beliebteste Farbe, sie stand (und steht) für Reinheit und Unschuld. Weiße Kleidung war wegen ihrer Fleckanfälligkeit auch ein Statussymbol - nur wer nicht arbeiten musste konnte es sich leisten, so gekleidet zu sein. Man trug Weiß sowohl für Anlässe wie Bälle, als auch zu Hause. Erwachsene Damen trugen auch kräftigere Töne, zum Beispiel Lila, Scharlachrot und Dunkelblau.

 

Die Empire-Silhouette, wie sie auch heute noch z.B. für Cocktail- und Hochzeitskleider beliebt ist, wird durch eine hohe Taillenlinie und einen langen, fließenden Rock definiert. Die Kleider konnten unter der Brust mit Bändern und Schärpen gebunden werden.

 

Im Laufe des Tages wurde die Kleidung mehrmals gewechselt. Es gab verschiedene Kleidungsstücke für verschiedene Zwecke und Anlässe:

  • informelle Hauskleidung wie das Morgenkostüm, aber auch das Ausgeh- und Promenadenkleid
  • semiformelle Kleider für den Nachmittag, das Abendessen und die Oper
  • und die gehobensten Kleider für Abendveranstaltungen und Bälle, sowie Kleidung für den königlichen Hof. Diese hatten meist eine Schleppe, zum Tanzen wurde sie hochgesteckt.

Außerdem gab es

  • das Reitkostüm mit besonderem Schnitt, der die Beine beim Reiten im Damensattel bedeckte
  • Kleider für Kutschfahrten
  • See- und Badekleider
  • Trauerkleidung.

Sehr interessant und aufschlussreich sind Kupferstiche aus zeitgenössischen Mode- und Kostümzeitschriften wie La Belle Assemblée, Costume Parisien, Ackermann's Repository of Arts oder der Wiener Modenzeitung.

 

Fotos von Nina Möller

 

Regency Empire Ärmelvarianten, wie man sie Modekupferstichen der Zeit sehen kann (© Nina Möller). Regency Empire Mode Puffärmel
Regency Empire Ärmelvarianten, wie man sie Modekupferstichen der Zeit sehen kann (© Nina Möller)

Ein Kleidungsstück ohne Nähmaschine herzustellen war sehr viel Arbeit. Alles musste per Hand genäht werden. Meist wurden die Kleider daheim gefertigt, um die Kosten eines Schneiders zu sparen. Für ein Kleid brauchte man mehrere Meter Stoff, etwa fünf bis sieben. Im Gegensatz zu den ausgeschnittenen und kurzärmligen Abendroben waren Tageskleider hochgeschlossen und hatten lange Ärmel.

 

Da es sehr teuer war, die eigene Kleidung mit Stickerei verzieren zu lassen, und da es zu den eleganten Tätigkeiten gehörte, lernten alle jungen Mädchen Nähstiche und Stickereitechniken. Die weißen oder pastellfarbigen Empire-Kleider boten viel Platz für florale Motive.

 

Beliebt und edel zur Verzierung eines Kleides war auch Spitze. "Brussels lace", eine Form der Klöppelspitze aus Brüssel, war die begehrteste. Spitze zu klöppeln ist sehr aufwendig und erfordert Erfahrung. Dadurch war Klöppelspitze generell sehr teuer und konnte nur von wohlhabenden Damen erworben werden.

 

Kleidersäume Rocksäume verzieren - Regency Empire Mode 19. Jahrhundert (© Nina Möller)
Verschiedene Möglichkeiten, Kleidersäume zu verzieren, wie man sie in Kupferstichen des 19. Jahrhunderts sieht - Regency Empire (© Nina Möller)

Die Mode, leichte fließende Kleider zu tragen, hatte den gravierenden Nachteil, keinen Schutz vor Kälte zu bieten. Die Frauen versuchten sich mit gefütterten Unterkleidern, mehreren Lagen von Kleidung und dickeren Stoffen warmzuhalten. Doch in den meist schlecht isolierten und zugigen Häusern war das nicht Schutz genug. Viele starben an Schwindsucht (Tuberkulose) oder schweren Erkältungen, die sie sich durch zu dünne Kleidung zugezogen hatten. Man nannte diese Art von Krankheiten sogar die "Musselinkrankheiten".

Die aufkommende Romantik mit ihrem Hang zu Melancholie machte die kränkliche Erscheinung Schwindsüchtiger teilweise gar zur, glücklicherweise nicht sehr verbreiteten, Mode: die Blässe und Schwäche im Gegensatz zu fiebrig glänzenden Augen mit großen Pupillen. Dieses Aussehen wurde mit giftigen Augentropfen aus der potentiell tödlichen Belladonna-Pflanze (Tollkirsche) erreicht.

In Jane Austens Verstand und Gefühl (Sense and Sensibility) sagt Elinor Dashwood zu ihrer romantisch-sentimentalen Schwester Marianne über Colonel Brandon, der gefütterte Westen gegen die Kälte trägt: "Had he been only in a violent fever, you would not have despised him half so much. Confess, Marianne, is not there something interesting to you in the flushed cheek, the hollow eye, and the quick pulse of a fever?"

 

Der vielleicht modischste Schutz vor Kälte war der Spencer. Diese kurze Jacke wurde nach Lord Spencer benannt, der sich die Rockschöße am Kaminfeuer versengte und sie dann kurzerhand abtrennte. Der Spencer war normalerweise hochgeschlossen, mit langen Ärmeln und endete direkt unterhalb der Brust. In aller Regel war er aus schwererem Stoff wie Wolle oder Samt. Leuchtende Farben wurden als Kontrast zu den weißen Kleidern bevorzugt und der Spencer konnte mit Stickerei, Borten und Quasten verziert sein.

Juliette Récamier, eine gefeierte Schönheit, Saloniere und Trendsetterin (flickr, picture by romaryka) Empire Regency Biedermeier Mode
Juliette Récamier, eine gefeierte Schönheit, Saloniere und Trendsetterin (flickr, picture by romaryka)

Als Schutz vor der Kälte und den zugigen Häusern und auch um die weißen Kleider etwas aufzulockern wurden Kashmirschals und Stolen mit großer Begeisterung getragen. Besonders Napoleon Bonapartes Frau, Kaiserin Josephine, liebte diese Mode und häufte mehr als 300 Kashmirschals an. Sie wurden aus dem Orient importiert und später, aufgrund der wachsenden Nachfage, auch in Europa hergestellt. Besonders das Paisley-Muster war sehr beliebt, womit die schottische Stadt Paisley, die Kashmirschals nach indischem Vorbild herstellte, berühmt wurde.

 

Mäntel (in der Form von Mantelkleidern), lange Umhänge und Capes aus Wolle, Merinos und Samt, mit Pelz verbrämt, wurden ebenfalls getragen. Eines dieser Kleidungsstücke, ist die Redingote, ein Mantel nach dem Schnitt eines Empire/Regency-Kleids. Die Redingote wird vorne zugebunden oder geknöpft und ist aus wetterbeständigem Tuch wie Wolle gefertigt. Sie kann mehrere Lagen oder Schultercapes haben um Regen besser standzuhalten. Auch als Reitkleidung war die Redingote gefragt und blieb seit ihrem Aufkommen zu Ende des Barock im frühen 18. Jahrhundert für Jahrzehnte beliebt. 

 

Garderobe für den Tag nach der Hochzeit, Costume Parisien, 1822. Foto von Nina Möller - Regency Empire Mode
Garderobe für den Tag nach der Hochzeit, Costume Parisien, 1822. Foto von Nina Möller

 

 

 Hochzeitskleider waren während des Regency/Empire nicht unbedingt weiß. Auch rote, gelbe, blaue, pinkfarbene und hellgrüne Kleider wurden zur Hochzeit getragen, sogar braune. Weniger wohlhabende Frauen trugen das beste Kleid, das sie besaßen. Damen aus gutem Hause ließen sich ihre Kleidung und Teile der Aussteuer extra für die Hochzeit angefertigen, wofür die neuste Mode aus London und Paris herangezogen wurde. In Jane Austens Sense and Sensibility (Verstand und Gefühl) aus dem Jahre 1811 erklärt Mrs Jennings, dass sie genau weiß, dass Marianne Dashwood mit ihr nach London kam um Hochzeitskleider zu kaufen ("on purpose to buy wedding clothes").

 

 

 

Wenn man zur Zeremonie keine Haube trug, wurden Blumen in die Frisur eingearbeitet oder als Blütenkranz getraten. Dieser Kupferstich, obwohl bereits von 1822, zeigt (wie es in Französisch darunter steht) 'die Frisur einer Braut am Tag nach ihrer Hochzeit. Die Haare sind mit Rosen und Myrthe verziert, das Kleid ist aus Stoff aus Lyon mit Verzierungen, erfunden von Madame Bouhot'.

 

 

Trauerkleid für den Spaziergang, La Belle Assemblee, 1. März 1820. Foto von Nina Möller - Regency / Empire Mode
Trauerkleid für den Spaziergang, La Belle Assemblee, 1. März 1820. Foto von Nina Möller

Zeiten der Trauer verlangten der Etikette nach spezielle Trauerkleidung. Im frühen 19. Jahrhundert, als Mode noch nicht in Massenproduktion entstand, wurde diese Trauergarderobe extra für die Damen, die es sich leisten konnten, angefertigt. Viele Frauen hatten jedoch nicht die Mittel für eine komplette Trauergarderobe und konnten ihren Verlust nur durch einige dunkle Elemente in ihrer Kleidung zeigen. Ein schwarz gefärbtes Kleid oder Bänder konnten das sein.

 

Die Trauerfarbe für die erste Phase der tiefen Trauer war schwarz, dann konnte man nach und nach zu helleren Tönen wie Grau, Dunkelblau, Lila und Purpur greifen. Die Trauerkleidung war so geschnitten, dass sie kaum Haut außer dem Gesicht offenbarte. Man kombinierte die Kleider mit dunklen oder weißen Handschuhen, dunklen Mänteln und Hauben mit Trauerflor. Darüber hinaus waren die Trauerzeiten für Männer und Frauen sehr unterschiedlich: während ein Mann nach dem Verlust seiner Frau sich der Etikette nach nur ein paar Wochen zurückziehen und Trauer tragen musste, wurde von einer Witwe erwartet, dass sie für ein Jahr und einen Tag keine Bälle oder Theaterstücke besuchte und sich wann immer möglich aus der Öffentlichkeit zurückzog. Auch durfte sie in diese Zeitspanne nicht wieder heiraten. Generell mussten von allen Familienmitgliedern bestimmte Fristen nach dem Tod eines Verwandten eingehalten werden, bevor beispielsweise eine Hochzeit stattfinden konnte. In  Jane Austen's Emma müssen Miss Fairfax and Frank Churchill nach dem Tod von Franks Tante die drei Monate der tiefen Trauer abwarten, bis sie heiraten dürfen.

 

Korsett, Europa, 1820/1830. Museu del Disseny Barcelona. Foto: Nina Möller - Viktorianische Mode
Korsett, Europa, 1820/1830. Museu del Disseny Barcelona. Foto: Nina Möller

In den 1820ern und 30ern veränderte sich die Silhouette wieder, die Zeit der fließenden Kleider und wenigen Unterkleidung war vorbei. Die Taillenlinie rückte wieder an ihren natürlichen Platz und wurde ab dem Ende der 1820er Jahre abermals eingeschnürt. Die Ärmel, mit Wolle oder Rosshaar gepolstert, sorgten für eine stark betonte Schulterpartie. Auch die Röcke wurden wieder steifer und kegelförmiger. Somit ist in diesen Jahren die Entwicklung zu sehen, die den Weg für die markante Viktorianische Mode beziehungsweise die Kleidung der Civil War Era bereitete.

 

Langsam erhielt die Industrialisierung auch in der Mode Einzug, mit maschinell gewebten Textilien und fabrikfertigen Kleidungsstücken, die die jahrhundertealte Tradition der Maßanfertigung nachhaltig erschütterte.

Promenadenhauben aus Paris, 1. Juli 1816, Herausgeber: John Bell, London. Foto: Nina Möller - Mode Empire Regency Biedermeier
Promenadenhauben aus Paris, 1. Juli 1816, Herausgeber: John Bell, London. Foto: Nina Möller

Haare:

 

Während und nach der Französischen Revolution wurden die Haare in schlichten Hochsteckfrisuren ohne Puder getragen. Zudem gab es Kurzhaarschnitte wie die coiffure à la Titus, die offen in kurzen Locken getragen wurde. Dies war auch ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern, die sich im Gefängnis der Revolutionäre oft die Haare abgeschnitten hatten, aus hygienischen Gründen oder um im Falle der Guillotinierung den Verwandten ein Andenken in Form einer Haarlocke hinterlassen zu können. 

Dann kamen nach Ende des Terrors antikische Frisuren mit Zöpfen und kleinen Locken um die Stirn. Beim Ausgehen wurden sie von Hauben bedeckt. Diese konnte man entweder fertig erstehen, oder man kaufte nur den Stroh- oder Filzrohling und bezog ihn selbst mit zur Kleidung und Saison passendem Stoff, Spitze und Seidenblumen.

 

'Elisabeth Farren' (irische Schauspielerin), Sir Thomas Lawrence, ca. 1790, Metropolitan Museum of Art. Foto von Nina Möller
'Elisabeth Farren' (irische Schauspielerin), Sir Thomas Lawrence, ca. 1790, Metropolitan Museum of Art. Foto von Nina Möller

Accessoires:

 

Bei Verlassen des Hauses zogen Frauen Handschuhe an, aus Stoff oder feinem (Wild-)Leder. Im Sommer nahm man einen Sonnenschirm mit, um die Haut vor Braunwerden zu schützen. Diese Sonnenschirme wurden mit Tasseln, Spitze und Stickerei verziert. Um die Hände im Winter warm zu halten diente ein Muff. Elisabeth Farren, portraitiert von Thomas Lawrence, trägt ein cremeweißes Cape mit Pelzverbrämung und einen passenden Muff dazu. Betrat man ein Gebäude, in dem man länger bleiben wollte, legte man generell die Handschuhe und Winterkleidung ab.

 

Da die feinen Kleider keinen Raum für Taschen ließen, mussten die nötigen Dinge kleinen Beuteln mitgeführt werden: den sogenannten Retiküls. Diese kleinen Täschchen wurden mit einem Kordelzug verschlossen und kamen in allen möglichen Variationen vor - von einfachen runden oder mehreckigen Schnitten hin zu Retiküls in Form einer Ananas. 

 

Das Taschentuch war ein wichtiges Accessoire, meist mit Weißstickerei, Spitze oder einem Monogramm verziert und parfumiert. Man konnte es benutzen, um damit Gefühle auszudrücken.
Wie das Taschentuch war der Fächer ein beliebtes Accessoire, sowohl aus praktischen Gründen als auch zur Kommunikation. Die Holz-, Elfenbein- und Perlmuttfächer waren mit bemaltem Papier oder Stoff bespannt oder mit Federn beklebt. Durch einen Code konnte man mit dem Fächer Interesse oder Gleichgültigkeit signalisieren. Hielt man den geschlossenen Fächer in der linken Hand und berührte man die Oberseite mit den Fingern der Rechten 'sagte' man "Ich möchte mit dir sprechen", während den geschlossenen Fächer über die Stirn zu bewegen meinte "Du hast dich verändert". 

 

Riechsalz, Essig und ätherische Öle wie Lavendel in hübschen Riechfläschchen schützen vor strengen Gerüchen auf der Straße und halfen bei Ohmacht. Durch den scharfen Geruch atmet man automatisch tief ein und kommt durch den Sauerstoff schneller wieder zu sich. Bei Kopfschmerzen oder Ermüdung tupfte man sich mit Lavendel(öl) versetztes Wasser auf die Schläfen.

 

Schnittmuster:

 

  • Burda 2493 “Josephine“ [ich habe dieses Schnittmuster verwendet und das Kleid ist sehr schön geworden]
  • Butterick 6630 and 6631 (Kleider)
  • Simplicity 4052 (Unterkleidung)
  • Simplicity 4053 (Unterkleidung)
  • Simplicity 4055 (Empire Regency Kleider)
  • Simplicity 9769 (dieses Schnittmuster ist eigentlich Viktorianisch, aber das Hemdkleid kann auch als Unterkleid für ein Regency-Kostüm verwendet werden)

- Die aufgelisteten Schnittmuster sind nicht als Werbung zu verstehen sondern dienen rein informativen Zwecken. Die Liste beansprucht keine Vollständigkeit oder Bewertung -

 


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© Nina Möller